Sicher im Betrieb

Arbeitsmedizin 4.0

Wie erreichen Sie uns?

Adresse

Großingersheimerstr. 3

74379 Kleiningersheim

Kontakt

Tel : 07144/5079 867

Fax: 07144/5079 868

Email : Kontaktformular nutzen

Sprechzeiten

nach Vereinbarung

Für alle arbeitsmedizinischen Untersuchungen ist ein Untersuchungsauftrag und eine Kostenübernahmeerklärung erforderlich (gelber Download-Link links)

Aktuelle Themen aus den ASA-Sitzungen

direkt auf der Startseite

Prävention

Aufgabe der medizinischen Prävention ist es, das individuelle gesundheitskonforme Verhalten des Menschen zu fördern. Prävention soll die Gesundheit erhalten, Krankheiten frühzeitig erkennen und vorbeugen sowie deren  Verschlimmerung verhindern. Die jeweilige Präventionsmaßnahme richtet sich dabei gezielt nach der Krankheitsursache bzw. Krankheitsfolge und umfasst beispielsweise Impfungen, Beratung zum Stress-Coping, Unfallverhütung, Vorsorgeuntersuchungen, individuelle Gesundheitsrisiko-Analysen oder die berufliche Wiedereingliederung und Rehabilitation erkrankter Menschen. Unerlässlich ist, dass unnötige, unnütze oder sogar gefährdende Präventionsmaßnahmen verhindert werden. Um dies zu erreichen braucht Prävention Evidenz und Qualitätssicherung.

BGM - Betriebliches Gesundheitsmanagement

BGM ist die Gestaltung und Entwicklung von betrieblichen Strukturen und Prozessen mit dem Zweck die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und zu erhalten. Basis ist die Einhaltung entsprechender Gesetze und Verordnungen wie etwa Arbeitssicherheitsgesetz, Arbeitsschutzgesetz, Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung, Gefahrstoffverordnung oder Mutterschutzgesetz. Ausschlaggebend ist auch die Integration des BGM in die jeweilige Unternehmenskultur. Betriebsärzte können dies als Gesundheits-Experten im Unternehmen entsprechend koordinieren. Auch wenn viele Betriebe bereits Gesundheitsmaßnahmen anbieten, deuten Ergebnisse des Modellprojekts „Gesund arbeiten in Thüringen“ (www.gesund-arbeiten-in-thueringen.de) eher auf eine unzureichende Umsetzung des BGM hin – vor allem in Kleinst- und Kleinbetrieben. Bei der Diskussion um BGM sollte nicht vergessen werden, dass Vieles, das den Unternehmen und Betrieben derzeit unter dem Label „Gesundheitsmanagement“ oder „Gesundheitsförderung“ angeboten wird, Teile gesetzlicher Verpflichtungen nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG), dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) oder der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) beinhaltet, die in das genuine Aufgabengebiet des Betriebsarztes fallen. Zudem hat die Arbeitsmedizin beim BGM eine integrierende Funktion und elementare Bedeutung: Als präventivmedizinische Disziplin umfasst sie die Wechselbeziehungen zwischen Arbeit und Beruf sowie Gesundheit und Krankheiten, die Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen, die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Begutachtung arbeits- und umweltbedingter Erkrankungen und Berufskrankheiten, die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen einschließlich individueller und betrieblicher Gesundheitsberatung, die Vermeidung von Erschwernissen und die berufsfördernde Rehabilitation.

Arbeitsmedizin und Betriebsärzte spielen im BGM eine wichtige Rolle
Betriebsärzte mit ihrer arbeitsmedizinischen Fachkunde sind der erste Ansprechpartner für ein effektives BGM. Dies gilt umso mehr, da zwischen Gesundheit und Krankheit ein Kontinuum besteht, also kein Mensch völlig gesund oder völlig krank ist, die Gesundheit nicht ohne medizinisches Wissen gefördert werden kann und der Betriebsarzt qua Aufgabe bereits im Unternehmen „installiert“ ist und sowohl die konkreten Arbeitsplätze und deren Gefährdungspotenziale als auch die Beschäftigten und deren gesundheitliche Verfasstheiten am besten kennt. Betriebsärzte nehmen die Rolle als Lotsen und neutrale Berater ein. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen der Erhalt und die Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten, die Unterstützung des Arbeitgebers bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Gefährdungsbeurteilung), die Vorbeugung, Erkennung, Behandlung und Begutachtung arbeits- und umweltbedingter Risikofaktoren, Erkrankungen und Berufskrankheiten, die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen, Gesundheitsberatung, die Vermeidung von Erschwernissen und Unfallgefahren sowie die berufsfördernde Rehabilitation. Mit über 44 Millionen Arbeitnehmern ist die Arbeitswelt das größte Setting für Präventionsmaßnahmen. Gerade die Ergebnisse des groß angelegten arbeitsmedizinischen Versorgungsforschungsprojekts „Gesund arbeiten in Thüringen“ zeigen, dass sich Unternehmen bei den Themen arbeitsmedizinische Vorsorge, psychische Gesundheit sowie der Gefährdungsbeurteilung mehr Unterstützung bzw. Informationen wünschen. Für die Gestaltung eines zukunftsfähigen BGM werden Betriebsärzte daher immer wichtiger.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in der Stellungnahme der DGAUM „Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung: Wichtige Aufgabenfelder der Arbeitsmedizin“ unter https://www.dgaum.de/stellungnahmen-und-publikationen/.

Eignung und Vorsorge


Ein häufig diskutiertes Thema am Beispiel der Fahr-Steuer-Überwachungstätigkeiten:

Bei der G 25-Untersuchung (Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten) handelt es sich um eine arbeitsmedizinische Untersuchung. Wie bei den übrigen „G“-Untersuchungen wird in der zugehörigen Handlungsanleitung der gesetzlichen Unfallversicherungsträger (DGUV) erläutert, wie der Arzt im entsprechenden Kontext vorgehen soll bzw. was untersucht wird (Blutwerte, EKG, Lungenfunktion, Sehtest etc.) und wie die Ergebnisse zu bewerten sind. Die „G“-Untersuchungen basieren also nicht – wie vielfach angenommen – auf Rechtsvorschriften, die beispielsweise auch regeln würden, ob die entsprechende ärztliche Untersuchung grundsätzlich notwendig ist oder nicht.

Weiterhin muss angemerkt werden, dass die G-Ziffern nicht mehr dem aktuellen Stand der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) entsprechen, zur Orientierung werden sie im Alltag aber weiterhin genutzt.

G 25-Untersuchung: Pflicht oder nicht?
Die G 25 wird in der DGUV-Handlungsanleitung als eine ärztliche Untersuchung beschrieben, die auf eine körperliche Eignung des Mitarbeiters für Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten ausgelegt ist. Körperliche Eignungsuntersuchungen sind ein vorrangig arbeitsrechtliches Thema und tangieren – für die meisten überraschend – nur am Rande den Arbeits- oder Gesundheitsschutz. Nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sind arbeitsmedizinische Untersuchungen, die Beschäftigungsvoraussetzung sein sollen, der konkreten Regelung in einer Verordnung vorbehalten. Der Hintergrund ist recht einfach erklärt: ärztliche Untersuchungen greifen in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiter ein (Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG) ein. Folglich gilt, dass ärztliche Eignungsuntersuchungen immer einer eindeutigen Forderung und einer guten Begründung des Gesetzgebers bedürfen, um dieses Grundrecht einzuschränken. 

Für Interessierte gehen wir noch detaillierter auf dieses Thema ein unter: Themen – Eignung und Vorsorge – G25, jedoch sollte dieses Thema betriebsintern gemeinsam mit Unternehmer und Mitarbeitervertretung mit uns besprochen werden, um alle Bedürfnisse entsprechend zu gewichten und ein gemeinsames Konzept zu erstellen (Verpflichtung des Unternehmers nach ArbSchG, Ansatz der Sekundär-Prävention, rechtliche Grundlagen (Verordnungen wie KlimaGergV, GesBergV, Feuerwehr-Dienstvorschrift, FeV, Triebfahrzeug-Führerscheinverordnung, Strahlenschutzverordnung, Betriebsverinbarung), Bedenken und Sorgen der Belegschaft)

 

Chronische Erkrankungen


Chronische Erkrankungen, allen voran psychische sowie Herz-und Kreislaufer-krankungen bzw. muskuloskelettale Erkrankungen – stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Bei der Bewältigung dieser Aufgaben kommt den Unternehmen eine entscheidende Schlüsselstellung zu, denn diese bilden mit fast 43 Millionen Erwerbstätigen das größte Präventionssetting, da hier mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung präventivmedizinisch angesprochen und betreut werden können. Gerade am Arbeitsplatz werden Menschen erreicht, die sonst keinen Zugang zu Präventionsmaßnahmen finden. Deshalb besitzt die Arbeitsmedizin in diesem Kontext sowohl eine strategische als auch eine operativ-koordinierende Funktion. Ihre Rolle ist es, einerseits auf gesundheitsgerechte, salutogene Arbeitsbedingungen hinzuwirken, andererseits die Beschäftigten in den Unternehmen zu befähigen, die individuelle Kontrolle über ihre Gesundheit zu erhöhen und dadurch ihre Gesundheit zu fördern. Bezogen auf die erwerbstätige Bevölkerung ist die Arbeitsmedizin die integrierende Schnittstelle zwischen präventiver Gesundheitsförderung, ambulanter Versorgung, arbeitsmedizinischer Vorsorge und berufsfördernder Rehabilitation.

Datenschutz

Datenschutz

Gesundheitsdaten sind sensible Daten, wir nehmen den Datenschutz und die Schweigepflicht ernst.

Das Gesundheitswesen im Arbeitsverhältnis ist ein sensibles Thema. Wie viel darf oder vielleicht sogar muss der Arbeitgeber über die Gesundheit seinen Mitarbeitern wissen?

§ 3 Abs. 9 BDSG ordnet die Gesundheitsdaten in die Gruppe „besondere Arten personenbezogener Daten“ ein. Damit will der Gesetzgeber zum Ausdruck bringen, dass es bei Gesundheitsdaten um überdurchschnittlich sensitive Daten handelt, bei denen ein besonderer sorgfältiger Umgang geboten ist.

Sonderregelungen für Gesundheitsdaten
Daher sieht das BDSG für den Umgang mit Gesundheitsdaten eine Reihe von Sonderregelungen vor. Als solche Sonderregelungen wären § 4a Abs. 3 BDSG und § 28 Abs. 6 bis 9 BDSG hervorzuheben.

So regelt § 4a Abs. 3 BDSG, dass sich die Einwilligung, die sich auf die Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung von Gesundheitsdaten erstrecken soll, ausdrücklich auf diese Daten beziehen muss.

Ferner ist das Erheben von besonderen Arten personenbezogener Daten gemäß § 28 Abs. 7 BDSG zulässig, wenn dies zum Zweck der Gesundheitsvorsorge, der medizinischen Diagnostik, der Gesundheitsversorgung oder Behandlung oder für die Verwaltung von Gesundheitsdiensten erforderlich ist. Es ist sicher zu stellen, dass die Verarbeitung dieser Daten durch ärztliches Personal oder durch sonstige Personen erfolgt, die einer entsprechenden Geheimhaltungspflicht unterliegen.

Pflicht zur Bestellung eines Betriebsarztes
§ 2 Arbeitssicherheitsgesetz (ArbSiG) legt fest, dass Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen einen Betriebsarzt bestellen müssen. Der Betriebsarzt wird vom Unternehmer schriftlich bestellt. § 3 ArbSiG definiert die Aufgaben des Betriebsarztes. Allgemein lässt sich sagen, dass der Betriebsarzt die Aufgabe hat, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes zu beraten und zu unterstützen.

§ 2 Abs. 2 ArbSiG regelt, dass der Betriebsarzt stets eine aktuelle Liste der Arbeitnehmer des Betriebes besitzen muss, egal ob diese einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag haben oder ihm zur Arbeitsleistung überlassen wurden.

Das muss der Betriebsarzt beachten
Der Betriebsarzt ist datenschutzrechtlich ein Teil des Unternehmens. Daher liegt eine Nutzung (und nicht Übermittlung) von Gesundheitsdaten vor, wenn der Betriebsarzt von Arbeitgeber Daten von Mitarbeiter erhält.

Das heißt aber nicht zugleich, dass der Betriebsarzt alle ihm bekannten Gesundheitsdaten von Mitarbeitern dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss. Der Betriebsarzt hat gegenüber dem Unternehmen seine ärztliche Schweigepflicht zu beachten, wenn er sich nicht gemäß § 203 StGB strafbar machen möchte.

Das darf der Arbeitgeber wissen
Grundsätzlich darf der Arbeitgeber nur das wissen, was der Arbeitnehmer bereit ist mitzuteilen. Das heißt: eine Weitergabe von Gesundheitsdaten an den Arbeitgeber durch den Betriebsarzt bedarf der Einwilligung des Arbeitnehmers.

Bei einem ausdrücklichen Widerspruch durch den Arbeitnehmer darf der Betriebsarzt die Gesundheitsdaten nicht an den Arbeitgeber weitergeben. Der Betriebsarzt kann nicht durch eine pauschale Vereinbarung von seinem Schweigepflicht entbunden werden.

Unbeachtet von diesem Grundsatz gibt es Sonderregelungen in Bezug auf Weitergabe von Gesundheitsdaten (z.B. § 15 SGB VII oder  § 202 SGB VII i.V.m. § 5 BKVO). Ob die Voraussetzungen dieser Vorschriften vorliegen, ist im Einzelfall zu prüfen.

Allerdings darf der Betriebsarzt dem Arbeitgeber mitteilen, ob ein Arbeitnehmer für eine bestimmte Arbeitsaufgabe geeignet, beschränkt geeignet oder nicht geeignet ist. Die Mitteilung hat sich also lediglich auf das Ergebnis der medizinischen Untersuchung zu beschränken. Einen Anspruch auf Auskunft über die Art der Erkrankung hat der Arbeitgeber nicht.

Die Gesundheitsdaten haben nichts in der Personalakte zu suchen, sondern müssen als Gesundheitsakten bei dem Betriebsarzt aufbewahrt werden. Die Gesundheitsakten der Mitarbeiter sind 10 Jahre aufzubewahren, teilweise auch länger. Das gilt auch dann, wenn der Betriebsarzt das Unternehmen verlässt. In diesem Falle hat er sicherzustellen, dass der nachfolgender Betriebsarzt die Gesundheitsakten von ihm erhält, ohne dass der Arbeitgeber zwischenzeitlich in die Akte hineingeschaut hat.

Zudem sind die Mitarbeiter über den Wechsel des Betriebsarztes zu informieren. Die Mitarbeiter haben das Recht, Widerspruch gegen die Weitergabe ihrer Gesundheitsdaten an den neuen Betriebsarzt zu erheben, falls diese nicht im Rahmen von Pflichtuntersuchungen erhoben wurden

 

https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/betriebsarzt-und-datenschutz/

 

Die neue Fassung des BDSG ist seit dem 25. Mai 2018 mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anwendbar.

Suchbegriffe: Betriebsarzt, Arbeitsmedizin, Facharzt für Arbeitsmedizin, ArbMedVV, Betriebsmedizin, betriebsärztliche Betreuung, DGUV Vorschrift 2, FeV, Stuttgart, Ludwigsburg, Heilbronn, Bietigheim, Pleidelsheim